Blogger und Influencer Netzwerke - Ihre Rolle bei der Professionalisierung der Branche

January 13, 2022

Die Professionalisierung der Blogger und Influencer Branche ist ein primäres Ziel der Akteure der Branche. Oft wird in dem Zusammenhang das Thema Preisgestaltung und die damit einhergehende Transparenz genannt. Doch es gibt noch viel mehr Themen, die großen Einfluss auf die Professionalisierung der Branche haben. Blogger, Influencer, Content Creator und weitere Akteure schließen sich zusammen, gründen eigene Netzwerke, um ihre Standards fest zu halten und sich gegenseitig zu unterstützen. Diese Netzwerke haben große Relevanz, wenn es um die Professionalisierung einzelner und der ganzen Branche geht.

Warum sind Blogger und Influencer Netzwerke so wichtig für die Professionalisierung? Was sind Beispiele für solche Netzwerke? Welche Rolle spielt dabei ein Kodex? Genau darum geht es in diesem Beitrag.

Inhalt

  1. Warum sind Blogger und Influencer Netzwerke so wichtig?
  2. Beispiel 1: Die Schweizer Familienblogs
  3. Beispiel 2: Bundesverband Influencer Marketing und Universität Leipzig
  4. Beispiel 3: Aspen Institute – Workshop-Reihe „Engaging German Influencers“
  5. Fazit

1. Warum sind Blogger und Influencer Netzwerke so wichtig?

Diese Netzwerke fördern den Austausch untereinander. Manche finden sich zusammen, da sie ähnliche Themen behandeln oder auf Basis von gemeinsamen Zielen. Oft werden diese Netzwerke von den Bloggern oder Influencern selbst initiiert, was definitiv von Vorteil ist, da sie selbst Akteure der Branche sind und auch die notwendige Nähe zur Zielgruppe haben. Daneben gibt es aber auch Netzwerke, die von Agenturen, Unternehmen oder Forschern ins Leben gerufen worden sind. Generell ist der Austausch von Wissen und Erfahrungen ein großer Vorteil dieser Netzwerke, von dem alle profitieren können. In dem sie Maßstäbe für ihre Arbeit setzen, schaffen sie Transparenz und das nicht nur für Kunden, sondern für die gesamte Branche. Auch die Interessensvertretung ist ein wichtiger Punkt! Zum Beispiel bei Themen wie der Achtung der Privatsphäre, Preisgestaltung oder Werbekennzeichnung kann der Austausch innerhalb der Branche ausschlaggebend sein für klare Reglungen, die mit Praxisnähe erstellt wurden.

2. Beispiel 1: Die Schweizer Familienblogs

Es gibt ein vielfältiges Spektrum an Mamablogs, Elternblogs und Papablogs. Jeder dieser Blogs gibt Einblicke in das alltägliche Leben, informiert und inspiriert die eigenen Leser. Viele von ihnen sind zusätzlich auch auf Social Media als Influencer aktiv. Das Thema Familie ist sowohl im Blogger-Marketing als auch im Influencer Marketing eine sehr relevante Nische und inzwischen fester Bestandteil der Disziplin. In der Schweiz haben sich zum Beispiel einige Familienblogger zusammengeschlossen und bloggen nach den Grundlagen ihres eigenen Blogger-Kodex. Das Netzwerk “Schweizer Familienblogs” und der Familienblogger Kodex wurden von zwei Familienbloggern Rita Angelone und Jérôme Lacourrège ins Leben gerufen. Gold und Silbermitglieder Netzwerk Schweizer Familienblogs

Mit ihrem Netzwerk “Schweizer Familienblogs” verfolgen sie die folgenden Ziele:

  • Vernetzung des vielfältigen Spektrums an Schweizer Familienblogs
  • Definition und Einhaltung der Blogging-Guidelines im Kodex
  • Förderung von Erfahrungs- und Wissensaustausch im Rahmen von regelmäßigen Learning Sessions
  • Vertretung der Interessen der Schweizer Familienblogs gegenüber Kooperationspartnern
  • Funktion als Koordinationspartner für die Umsetzung größerer Projekte und Kampagnen als Kollektiv mehrerer Familienblogs

Die Mitglieder des Netzwerks «Schweizer Familienblogs» bloggen nach den Grundlagen eines Blogger-Kodex. Sie arbeiten mit Liebe und Leidenschaft und erschaffen qualitativ hochwertige Inhalte. Schweizer Familienblogs genießen in der öffentlichen Wahrnehmung einen guten Ruf: für die Leserinnen und Leser gelten sie als authentische und vertrauenswürdige Personen, Kooperationspartner betrachten sie als seriös und professionell. Ihr Leitwert ist: Gemeinsam sind wir stark!

Der Familienblogger-Kodex

Blogger sind ein wichtiger Teil der heutigen Medien- und Marketingwelt. Als Familienblogger möchten die Blogger des Netzwerks von ihren Leserinnen und Lesern, aber auch von potentiellen Werbepartnern ernst genommen werden. Bei Ihnen stehen Authentizität, Glaubwürdigkeit und Kreativität im Fokus. Glaubwürdigkeit ist unser wichtigstes Gut. Zudem möchten sie für ihre Arbeit fair entlohnt werden. Die Hauptpunkte des Familienblogger-Kodex sind:

  • Respekt: Sie stellen ihre Familie, insbesondere ihre Kinder nicht bloß, sondern gehen mit ihren Bildern, Erlebnissen und Daten achtsam um und respektieren ihre Rechte sowie die von der ganzen Familie und den Kindern gesetzten Grenzen.
  • Ehrlichkeit: Sie schreiben nur über Themen, die sie so auch erlebt haben. Sie machen keine unrichtigen oder irreführenden Angaben. Sie haben nie Fans und Follower auf sozialen Medien gekauft und werden dies auch in Zukunft nicht tun. Sie sind auch mal kritisch, denn unsere Leser schätzen unsere Authentizität.
  • Transparenz: Sie bloggen nach dem Trennungs- und Transparenzgebot, das sich aus Art. 2 UWG ableiten lässt: Sie trennen Werbung von redaktionellen Inhalten und deklarieren transparent bezahlte Kooperationen, Einladungen, Eventteilnahmen, Medienreisen, Gewinnspiele, Produkttests und Advertorials auf all ihren Kanälen klar als solche und nennen die Auftraggeber.
  • Glaubwürdigkeit: Sie sind auch bei werblichen Aktivitäten kritisch und bleiben authentisch. Wir geben unsere freie Meinung wieder und sind keine Werbeplattformen, sondern eigenständige Menschen, Mütter und Väter, die für ihre Sache einstehen.

Zudem engagieren sie sich stark zum Thema „Kinder im Netz“.

3. Beispiel 2: Bundesverband Influencer Marketing und Universität Leipzig

Im Zusammenschluss haben der Bundesverband Influencer Marketing und die Universität Leipzig ebenfalls einen Ethikkodex erarbeitet. Die zehn Ziele des Kodex sind: Eigenständigkeit, Transparenz, Aufrichtigkeit, Wahrheit, Fürsorge, Professionalität, Wertschätzung, Respekt, Loyalität und Verantwortung.

Diese werden durch ausführliche Empfehlungen ergänzt, wie sich Influencerinnen und Influencer verhalten sollen. Dabei geht es etwa um Höflichkeit, die Fürsorge von Schutzbedürftigen, die Kenntlichmachung von Quellen. Alles Dinge, die auf den ersten Blick selbstverständlich erscheinen, es aber offenbar nicht sind. Auch für Unternehmen und Agenturen gibt der Kodex Handlungsempfehlungen. Etwa, dass Firmen Influencern, mit denen sie kooperieren, die Möglichkeit lassen sollen, ihre Meinungen und Erfahrungen frei zu äußern - auch im Falle von immateriellen oder materiellen Gegenleistungen oder Agenturen Influencer nicht mit ungefragten Produktproben überschütten.

Influencer und Kreative können Mitglied werden und gemeinsam aktiv mit dem Verband die Influencer Branchen mitgestalten.

4. Beispiel 3: Aspen Institute – Workshop-Reihe „Engaging German Influencers“

Im Jahr 2021 veranstaltete das Aspen Institute Deutschland insgesamt vier Veranstaltungen im Rahmen der Workshop-Reihe zum Thema „Engaging German Influencers“ mit wichtigen Akteuren des digitalen Informationsökosystems.

Influencer spielen eine immer wichtigere Rolle als Agenda-Setter und Informationsvermittler und mit ihrer wachsenden Bedeutung im Informationsökosystem geht zugleich eine wachsende Verantwortung einher. Vor allem im Hinblick auf Wahlen können sie auch Einfluss auf das politische Verhalten in ihrer jeweiligen Community ausüben. Die Corona-Pandemie hat zu einer starken Zunahme an Fake News, Verschwörungsmythen und Desinformationskampagnen geführt, die sich insbesondere online und auf Social-Media-Plattformen manifestieren. Vor diesem Hintergrund ist es mehr denn je notwendig, deutsche Influencerinnen und Influencer, politische Entscheidungsträger und Medienvertretende sowie die Zivilgesellschaft zu einem konstruktiven Dialog rund um Demokratieverständnisfragen, (Plattform-) Regulierung, ethische Mediennutzung und Desinformation ins Gespräch zu bringen. Durch diese Dialogplattform sollte unter anderem ein Beitrag zu einem faktenbasierten, politischen und gesellschaftlichen Online-Ökosystem geleistet werden.

Zum Start der Workshop Reihe konnte vor allem auf die grundlegenden Fragen hinsichtlich der Rolle von Influencern, klassischen Gatekeeper-Medien, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Politikern in Demokratien eingegangen werden. Dazu gehört neben der Einschätzung der eigenen Rolle auch ein Blick auf die damit einhergehende Verantwortung gegenüber Followern, Lesern und Wählern. Die eigenen Erfahrungen mit Fake News und Desinformationskampagnen – vor allem vor und während Wahlkampfphasen – in den jeweiligen Communities der Influencer boten hierbei eine wertvolle Diskussionsgrundlage. Darüber hinaus wurde auch den Einschätzungen und Meinungen der teilnehmenden Stakeholder aus Politik, Medien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eine Plattform geboten. So konnte eine konstruktive Diskussionsatmosphäre geschaffen werden, von der alle Seiten profitierten. Mit jeder weiteren Veranstaltung gingen die Themen mehr in die Tiefe und haben sich einzelnen Problemen und Lösungsansätzen gewidmet.

So lag der Fokus der vierten Veranstaltung auf den vier zentralen Themen, die sich in den vorangegangenen Treffen herauskristallisiert hatten: Fehlinformationen, Hassreden im Internet, Formen der Diskriminierung und Verschwörungstheorien und der Umgang damit. Ziel des Workshops war es, Empfehlungen für politische Entscheidungsträger, Medienvertreter und Tech-Akteure zu entwickeln. Vor dem Hintergrund der neu gebildeten Bundesregierung in Deutschland ging es im internen Teil des Workshops darum, Handlungsempfehlungen für die Bundesregierung, die großen Gatekeeper und Tech-Plattformen sowie Influencer und Content Creator zu entwickeln. Im zweiten Teil des Workshops diskutierten die Teilnehmer mit zwei Politikern über die zukünftige Digitalpolitik der neuen Bundesregierung.

5. Fazit

Das Blogger, Influencer, Forscher und weitere Akteure der Branche sich zusammenschließen, um etwas zu bewirken, ist sehr positiv. Sie alle haben oft eine große Reichweite und genießen Glaubwürdigkeit in ihrer Zielgruppe. So setzen sie mit ihren Maßnahmen und Richtlinien einen ersten Maßstab an dem sich andere Akteure und auch die ganze Branche orientieren kann. Dies sowie auch der Austausch mit Gleichgesinnten fördern die Professionalisierung der Branche.

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