Die Pinterest Predicts 2026 zeigen, dass sich viele Nutzer:innen von der glatten Clean-Ästhetik wegbewegen und stattdessen nach mehr Ausdruck, Textur und Emotion suchen. Inszenierung wird wichtiger, sowohl im Interior mit opulenten Retro- und Art-Deco-Anklängen als auch in kühlen, futuristischen Farbwelten wie Eisblau. Parallel wächst der Wunsch nach Eskapismus und Fantasie, also nach Bildwelten, die sich nach Kosmos, Mystik oder Theater anfühlen. Für Brands heißt das: Inhalte dürfen wieder auffälliger sein und stärker über Atmosphäre und Story funktionieren, nicht nur über das Produkt.
Im Beauty-Bereich rückt Individualität in den Vordergrund. Parfum-Layering und personalisierte Duftkombinationen stehen für den Wunsch nach einer eigenen Signatur. Dazu passen Looks, die experimenteller sind oder bewusst unperfekt wirken. Brands können hier mit Customizing-Logiken arbeiten, zum Beispiel Guides, die Kombinationsprinzipien erklären, Bundles und Sampling-Konzepte oder Creator-Formate, die verschiedene Stilrichtungen testen und Vergleichbarkeit schaffen. Pinterest eignet sich dafür besonders, weil Nutzer:innen häufig mit klarer Suchintention kommen und speicherbare Schritt-für-Schritt-Inhalte lieben.
Fashion bewegt sich zwischen Utility und Nostalgie. Funktionale Outfits treffen auf romantische Details wie Spitze, Broschen und poetische Vintage-Vibes. Für Marken entstehen daraus zwei Content-Achsen: praktische Styling-Hilfen wie Outfit-Formeln, Packlisten oder Capsule-Wardrobe-Pins und gleichzeitig Retro als Aufwertung, etwa durch Archive-Assets, Heritage-Details oder Vintage-Inszenierungen. Im Home- und Interior-Kontext lohnt es sich, statt neutraler Moodboards konkrete Stilwelten mit umsetzbaren Rezepten zu bauen, inklusive Einkaufslisten, Mix-and-Match-Templates und Serien nach Raum oder Budget.
Auch Food und Lifestyle folgen dem Prinzip Vibe zuerst. Kohl wird als Trend-Zutat neu interpretiert, Gummy- und Gelée-Ästhetiken spielen mit Texturen. Brands profitieren, wenn sie sensorische Bildsprache stärker nutzen und Inhalte modular denken, etwa ein Basisrezept mit mehreren Varianten. Zusätzlich zeigt der Analog-Revival, dass Nähe und Echtheit wieder attraktiv werden, von Brieffreundschaften bis zu kleinen Post-Ritualen. Für Brands sind hier Limited Stationery, sammelbares Packaging, personalisierte Beileger oder einfache Community-Challenges naheliegend. Insgesamt lautet die Ableitung: mehr Stilwelten, mehr How-to, mehr Varianten, mehr Textur, mehr Nostalgie als Content-Quelle.