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Was steckt hinter Underconsumption Core
Von Fashion-Hauls zu Capsule Wardrobes
Was bedeutet Underconsumption für Influencer Marketing und wie können Marken den Trend aufgreifen?
Fazit

Weniger kaufen, länger nutzen, bewusster konsumieren. Underconsumption Core setzt einen Gegenpol zu Shopping-Hauls und ständigen Produktempfehlungen auf Social Media. Was zunächst wie ein Widerspruch zum Influencer Marketing wirkt, eröffnet Marken neue Möglichkeiten. Denn statt immer neue Produkte zu bewerben, rücken langfristiger Nutzen, kreative Inhalte und glaubwürdige Creator-Kooperationen in den Fokus.
Für Marken stellt sich damit eine spannende Frage: Wie funktioniert Influencer Marketing, wenn nicht mehr der nächste Kauf im Mittelpunkt steht?
Was steckt hinter Underconsumption Core
Von Fashion-Hauls zu Capsule Wardrobes
Was bedeutet Underconsumption für Influencer Marketing und wie können Marken den Trend aufgreifen?
Fazit
Der vor allem 2024 auf TikTok bekannt gewordene Trend stellt bewussten Konsum in den Mittelpunkt. Anstatt immer neue Produkte zu präsentieren, zeigen Creator, wie sie das nutzen und wertschätzen, was sie bereits besitzen.
Ähnliche Gedanken finden sich auch in anderen Social-Media-Trends:
De-Influencing: Creator hinterfragen gehypte Produkte und raten von unnötigen Käufen ab.
Project Pan: Besonders in der Beauty-Community werden Produkte bewusst aufgebraucht, bevor neue gekauft werden.
No-Buy-Challenges: Nutzer:innen verzichten für einen bestimmten Zeitraum auf unnötige Neuanschaffungen.
In einer Welt voller Kaufempfehlungen und ständig wechselnder Trends bietet Underconsumption damit einen Gegenpol. Es geht nicht darum, vollständig auf Konsum zu verzichten, sondern bewusster zu entscheiden, was wirklich gebraucht wird.
Besonders sichtbar wird dieser Wandel in der Fashion-Branche.
Während Creator in klassischen Fashion-Hauls ihre neuesten Einkäufe präsentieren, zeigen Underconsumption-Inhalte, wie vielseitig bereits vorhandene Kleidung sein kann.
Ein Beispiel ist die Capsule Wardrobe, eine Garderobe aus wenigen, gut kombinierbaren Kleidungsstücken, aus denen immer wieder neue Outfits entstehen.
Auch Upcycling und das Umarbeiten alter Kleidung gehören dazu. Auf TikTok zeigen Creator beispielsweise, wie aus einem alten Hemd ein modernes Top wird oder ein vergessenes Kleidungsstück durch kleine Veränderungen zum neuen Trendpiece werden kann.
Die Idee dahinter: Nicht neu kaufen, sondern kreativ nutzen, was bereits vorhanden ist.
Für Fashion-Marken eröffnet das neue Möglichkeiten im Influencer Marketing. Nicht nur neue Kollektionen können beworben werden, sondern Creator können auch aufzeigen, wie vielseitig ein einzelnes Kleidungsstück ist, wie es über mehrere Jahreszeiten getragen oder durch kleine Veränderungen neu interpretiert werden kann.
Auf den ersten Blick scheint bewusster Konsum dem klassischen Influencer Marketing zu widersprechen. Schließlich sollen Kooperationen Aufmerksamkeit für Produkte schaffen und häufig auch Kaufentscheidungen beeinflussen.
Doch Underconsumption bedeutet nicht, dass Produkte an Relevanz verlieren. Vielmehr verändert sich, wie ihr Wert kommuniziert werden kann. Statt ausschließlich neue Produkte vorzustellen, rücken Qualität, Funktionalität und der langfristige Nutzen in den Vordergrund.
Für Marken ergeben sich daraus vor allem drei Ansätze:
Langlebigkeit statt ständiger Neuheiten:
Ein Produkt muss nicht neu sein, um interessanten Content zu liefern. Ob ein Kleidungsstück, das vielseitig kombiniert wird, oder ein Beauty-Produkt, das über Monate zum Einsatz kommt, Creator können zeigen, wie sich Produkte tatsächlich im Alltag bewähren.
Auf diesem Weg entsteht Content, der nicht nur zum Kauf anregt, sondern auch bei einer bewussten Kaufentscheidung unterstützen kann.
Wiederverwenden statt wegwerfen:
Nachfüllbare Produkte, wiederverwendbare Verpackungen oder reparierbare Gegenstände bieten ebenfalls Potenzial. Beispielsweise kann ein nachfüllbarer Lipbalm über längere Zeit Teil der täglichen Beauty-Routine bleiben. Creator präsentieren dadurch keine neuen Produkte, sondern wie sie denselben Artikel vielfach verwenden und nachfüllen. Wichtig ist dabei, dass entsprechende Nachhaltigkeitsversprechen auch tatsächlich nachvollziehbar sind. Bewusster Konsum sollte kein reines Marketingargument sein.
Langfristige Partnerschaften statt einmaliger Postings:
Wenn Produkte länger genutzt werden, können auch Creator-Kooperationen langfristiger gedacht werden. Anstelle eines einmaligen Unboxings begleiten Creator ein Produkt über mehrere Monate, teilen Erfahrungen und zeigen, wie es sich im Alltag bewährt. Das schafft wiederkehrende Kontaktpunkte mit der Community und kann die Glaubwürdigkeit einer Empfehlung stärken. Nicht die Menge der beworbenen Produkte steht im Mittelpunkt, sondern die Qualität der Produkterfahrung. Entscheidend ist dabei die passende Creator-Auswahl. Wer bewussten Konsum kommuniziert, sollte diese Haltung glaubwürdig vertreten und zur Marke passen.
Underconsumption zeigt, dass Social Media nicht nur neue Kaufwünsche wecken, sondern auch einen bewussteren Umgang mit bereits vorhandenen Produkten fördern kann.
Für Marken liegt darin eine Chance, Influencer Marketing über kurzfristige Kaufimpulse hinauszudenken. Langlebige Produkte, kreative Nutzungsmöglichkeiten und langfristige Creator-Kooperationen eröffnen neue Ansätze für glaubwürdigen Content.
Dabei geht es nicht darum, jedem Trend zu folgen, sondern den tatsächlichen Wert eines Produkts sichtbar zu machen.
Denn manchmal erzählt ein Produkt, das Creator über Monate hinweg begleitet, mehr über eine Marke als der nächste große Haul.