Warum Benchmarks im Influencer Marketing wichtig sind: Mehr Orientierung, bessere Entscheidungen, stärkere Kampagnen
Influencer Marketing, Magazin

Warum Benchmarks im Influencer Marketing wichtig sind: Mehr Orientierung, bessere Entscheidungen, stärkere Kampagnen

Influencer Marketing ist heute deutlich professioneller als noch vor einigen Jahren. Marken arbeiten nicht mehr nur punktuell mit Creator:innen zusammen, sondern planen Kampagnen strategisch, investieren größere Budgets und erwarten messbare Ergebnisse. Gleichzeitig wird die Bewertung von Influencer-Marketing-Maßnahmen immer komplexer: Plattformen entwickeln sich weiter, Content-Formate verändern sich, Communities reagieren unterschiedlich und nicht jede Kennzahl sagt automatisch etwas über den tatsächlichen Erfolg einer Kampagne aus.

Genau deshalb reicht es nicht aus, am Ende einer Kampagne nur Reichweiten, Impressionen, Views oder Engagements zu betrachten. Eine Zahl allein beantwortet noch nicht die entscheidende Frage: War das Ergebnis gut?

Eine Engagement Rate von 2,5 Prozent kann stark, durchschnittlich oder schwach sein. Ein CPM kann effizient wirken, im Vergleich zu ähnlichen Kampagnen aber zu hoch ausfallen. Eine hohe Reichweite kann beeindruckend aussehen, aber wenig bringen, wenn die Zielgruppe nicht passt oder keine relevanten Interaktionen entstehen. Erst durch Benchmarks werden Kampagnendaten wirklich aussagekräftig.

Benchmarks helfen Marken dabei, Influencer-Marketing-Ergebnisse einzuordnen, realistische Ziele zu setzen und zukünftige Kampagnen besser zu planen. Sie machen aus einzelnen KPIs eine strategische Entscheidungsgrundlage.

Inhalt

1. Was sind Benchmarks im Influencer Marketing

2. Warum KPIs ohne Kontext wenig aussagen

3. Welche Benchmarks im Influencer Marketing besonders wichtig sind

4. Fazit: Benchmarks schaffen Orientierung, Vergleichbarkeit und bessere Entscheidungen

1. Was sind Benchmarks im Influencer Marketing?

Benchmarks sind Vergleichswerte, mit denen die Performance einer Kampagne, eines Creators, eines Formats oder einer Plattform bewertet werden kann. Sie zeigen, ob ein Ergebnis im Vergleich zu ähnlichen Maßnahmen überdurchschnittlich, durchschnittlich oder unterdurchschnittlich ausgefallen ist.

Im Influencer Marketing können Benchmarks aus unterschiedlichen Quellen stammen. Dazu gehören zum Beispiel historische Kampagnendaten, Erfahrungswerte aus vergangenen Kooperationen, plattformspezifische Durchschnittswerte, Branchenreports oder Performance-Daten aus Influencer-Marketing-Tools.

Genau hier setzen Benchmarks an: Sie helfen dabei, diese Kennzahlen nicht isoliert, sondern im passenden Kontext zu betrachten.

Ein Benchmark ist dabei keine starre Erfolgsgrenze. Er ist vielmehr ein Orientierungswert. Er beantwortet nicht automatisch, ob eine Kampagne „gut“ oder „schlecht“ war, sondern hilft dabei, die richtigen Fragen zu stellen:

  • Lag die Reichweite im erwartbaren Bereich?

  • War die Engagement Rate für das Format stark?

  • War der CPM im Vergleich zu ähnlichen Aktivierungen effizient?

  • Hat der Creator im Verhältnis zur eigenen Community gut performt?

  • Welche Inhalte lagen über oder unter dem erwarteten Niveau?

Benchmarks sind also wie ein Kompass. Sie geben Richtung, schaffen Vergleichbarkeit und helfen dabei, Kampagnenergebnisse besser zu verstehen.

2. Warum KPIs ohne Kontext wenig aussagen

Influencer-Marketing-Reportings enthalten oft viele Zahlen: Reichweite, Impressionen, Views, Likes, Kommentare, Saves, Link-Klicks, Story Views, Engagement Rate, CPM, CPC oder Conversions. Diese KPIs sind wichtig. Aber sie entfalten ihren Wert erst dann, wenn sie richtig eingeordnet werden.

Eine Reichweite von 500.000 klingt zunächst stark. Doch ob sie wirklich stark ist, hängt von mehreren Faktoren ab: Wie hoch war das Budget? Welche Plattform wurde genutzt? Ging es um Instagram Stories, TikTok Videos oder YouTube Shorts? Wie groß waren die eingesetzten Creator:innen? Welche Zielgruppe sollte erreicht werden? Und welches Kampagnenziel stand im Fokus?

Auch eine hohe Engagement Rate ist nicht automatisch ein Erfolg. Wenn das Ziel der Kampagne Awareness war, können Reichweite und Sichtbarkeit relevanter sein. Wenn Leads oder Sales im Mittelpunkt standen, sind Klicks, Conversion Rate oder Cost per Lead wichtiger. Erst wenn klar ist, ob es um Reichweite, Interaktion, Traffic, Sales oder Leads geht, lassen sich die passenden Kennzahlen sinnvoll bewerten.

Ohne Benchmarks bleibt ein Reporting häufig eine reine Zahlensammlung. Mit Benchmarks wird daraus eine Analyse. Denn sie zeigen nicht nur, was passiert ist, sondern auch, wie die Ergebnisse im Vergleich einzuordnen sind.

Ein Beispiel:

„Die Kampagne erzielte eine Engagement Rate von 2,1 Prozent.“

Diese Aussage ist sachlich richtig, aber noch nicht besonders hilfreich. Besser wäre:

„Die Kampagne erzielte eine Engagement Rate von 2,1 Prozent und lag damit im Vergleich zu ähnlichen Instagram-Reel-Aktivierungen im soliden Bereich. Besonders stark performten Creator:innen, die das Produkt persönlich in ihren Alltag integriert haben.“

Der Unterschied liegt in der Bewertung. Erst durch den Vergleich entsteht ein echtes Learning.

3. Welche Benchmarks im Influencer Marketing besonders wichtig sind

Nicht jede Kennzahl ist für jede Kampagne relevant. Welche Benchmarks betrachtet werden sollten, hängt immer vom Kampagnenziel ab. Eine Awareness-Kampagne benötigt andere Vergleichswerte als eine Performance-Kampagne. Eine Instagram-Story-Aktivierung funktioniert anders als ein TikTok-Video. Und ein langfristiges Ambassador-Programm sollte anders bewertet werden als eine einmalige Produktplatzierung.

Awareness-Benchmarks

Wenn das Ziel einer Kampagne darin besteht, Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit aufzubauen, stehen Awareness-KPIs im Mittelpunkt. Dazu gehören vor allem:

  • Reichweite

  • Impressionen

  • Views

  • View Rate

  • CPM

Diese Benchmarks helfen zu bewerten, wie effizient eine Marke Sichtbarkeit aufgebaut hat. Besonders relevant sind sie bei Produktlaunches, Imagekampagnen, saisonalen Aktivierungen oder Kampagnen, bei denen Markenbekanntheit im Fokus steht.

Ein hoher Reichweitenwert allein reicht aber nicht aus. Entscheidend ist, ob die Reichweite zur Zielgruppe passt und ob sie im Verhältnis zum eingesetzten Budget effizient erzielt wurde. Ein niedriger CPM kann ein Hinweis auf eine starke Ausspielung sein. Gleichzeitig sollte geprüft werden, ob die erreichte Zielgruppe auch tatsächlich relevant für die Marke war.

Engagement-Benchmarks

Engagement-Benchmarks zeigen, ob Content nicht nur gesehen wurde, sondern auch eine Reaktion ausgelöst hat. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Likes

  • Kommentare

  • Shares

  • Saves

  • Story Replies

  • Sticker Interaktionen

  • Engagement Rate

  • Cost per Engagement

Gerade im Influencer Marketing ist Engagement ein wichtiger Indikator für Community-Nähe. Wenn Menschen kommentieren, speichern, teilen oder auf eine Story reagieren, zeigt das, dass der Content eine aktive Auseinandersetzung ausgelöst hat.

Ein Save kann zum Beispiel darauf hinweisen, dass ein Inhalt als besonders nützlich empfunden wurde. Ein Share zeigt, dass der Content relevant genug war, um ihn weiterzuverbreiten. Kommentare können Hinweise auf Interesse, Fragen, Kritik oder Kaufabsicht geben. Gerade diese qualitativen Signale sind im Influencer Marketing wertvoll.

Traffic- und Conversion-Benchmarks

Wenn Influencer Marketing stärker performance-orientiert eingesetzt wird, rücken andere Benchmarks in den Fokus. Dazu gehören:

  • Link-Klicks

  • Click-Through-Rate

  • CPC

  • Leads

  • Cost per Lead

  • Orders

  • Conversion Rate

  • ROI

Diese Werte helfen zu bewerten, ob eine Kampagne konkrete Handlungen ausgelöst hat. Sie sind besonders relevant, wenn Creator:innen auf eine Landingpage, einen Online-Shop, ein Gewinnspiel, eine App, ein Formular oder ein konkretes Angebot verweisen.

Wichtig ist dabei: Je weiter unten im Funnel gemessen wird, desto mehr Faktoren beeinflussen das Ergebnis. Ein Creator kann Aufmerksamkeit und Interesse erzeugen. Ob daraus ein Kauf oder Lead wird, hängt aber auch von der Landingpage, dem Produkt, dem Preis, dem Angebot, dem Tracking, der Verfügbarkeit und dem Checkout-Prozess ab.

Deshalb sollten Conversion-Benchmarks nie isoliert betrachtet werden. Sie zeigen nicht nur die Leistung des Creators, sondern auch die Qualität der gesamten Customer Journey.

Content-Benchmarks

Influencer Marketing produziert nicht nur Reichweite, sondern auch Content. Deshalb sollten Marken zusätzlich bewerten, welche Inhalte besonders gut funktionieren und welche Content-Ansätze für zukünftige Kampagnen relevant sind.

Mögliche Content-Benchmarks sind:

  • Hook-Qualität

  • Storytelling-Ansatz

  • Produktintegration

  • Brand Fit

  • Watch Time

  • Kommentarqualität

  • Eignung für Paid Ads

Ein Video kann beispielsweise organisch nur durchschnittlich performen, aber trotzdem sehr wertvoll sein, wenn es hochwertiges Material für Paid Social, Website, Newsletter oder weitere Markenkanäle liefert. Umgekehrt kann ein reichweitenstarker Beitrag wenig strategischen Wert haben, wenn die Markenbotschaft kaum verstanden wurde oder die Tonalität nicht zum Unternehmen passt.

Gerade deshalb sollten qualitative Kriterien im Influencer Marketing nicht unterschätzt werden. Benchmarks können helfen, Muster zu erkennen: Welche Hooks funktionieren? Welche Creator:innen erklären Produkte besonders gut? Welche Inhalte lösen viele Saves aus? Welche Formate eignen sich für Performance-Kampagnen?

Plattform-Benchmarks

Plattformen funktionieren unterschiedlich. TikTok, Instagram, YouTube, LinkedIn, Twitch oder Pinterest haben jeweils eigene Nutzungslogiken, Algorithmen und Erfolgsmetriken. Deshalb können Benchmarks nicht einfach von einer Plattform auf die andere übertragen werden.

Für Influencer Marketing bedeutet das: Eine Instagram-Story-Kampagne sollte nicht mit einer TikTok-Challenge verglichen werden. Ein YouTube-Short folgt anderen Regeln als ein ausführliches YouTube-Video. Und eine LinkedIn-Creator-Kooperation braucht andere Erwartungen als eine Beauty-Kampagne auf Instagram.

4. Fazit

Benchmarks sind im Influencer Marketing unverzichtbar, wenn Kampagnen professionell geplant, bewertet und optimiert werden sollen. Sie helfen dabei, einzelne KPIs in den richtigen Kontext zu setzen und aus Zahlen echte Erkenntnisse abzuleiten.

Denn ohne Vergleichswerte bleibt unklar, ob eine Reichweite stark, eine Engagement Rate solide oder ein CPM effizient war. Mit Benchmarks lassen sich Kampagnenergebnisse nachvollziehbar einordnen. Sie zeigen, wo eine Kampagne überzeugt hat, wo Potenzial besteht und welche Learnings für zukünftige Aktivierungen wichtig sind.

Dabei gilt: Benchmarks sollten nie blind übernommen werden. Plattform, Format, Branche, Zielgruppe, Creator-Größe und Kampagnenziel müssen immer berücksichtigt werden. Nur dann werden Benchmarks zu einem sinnvollen Werkzeug statt zu einer oberflächlichen Vergleichszahl.

Richtig eingesetzt, machen Benchmarks Influencer Marketing transparenter, planbarer und strategischer. Sie helfen Marken, realistische Ziele zu setzen, passende Creator:innen auszuwählen, Budgets sinnvoll einzusetzen und Kampagnenerfolge besser zu erklären.

Kurz gesagt: Benchmarks verwandeln Influencer Marketing von einer gefühlten Bewertung in eine datenbasierte Entscheidungsgrundlage. Und genau das ist entscheidend, wenn Marken nicht nur sichtbar sein, sondern nachhaltig wirksam kommunizieren wollen.