Edutainment auf Social Media - Wie Influencer Expertise und Unterhaltung vereinen

In den letzten Jahren hat sich die Landschaft der sozialen Medien stark verändert. Influencer, die früher hauptsächlich für unterhaltsamen Content und Produktwerbung bekannt waren, haben nun eine neue Rolle eingenommen. Immer mehr Influencer nutzen ihre Reichweite und ihren Einfluss, um wertvolles Wissen zu vermitteln. In diesem Blogbeitrag geht es um die wachsende Bedeutung von Influencern, die Wissen auf Social-Media-Kanälen teilen. Was macht sie so beliebt? Und welchen Einfluss haben sie auf die Lernweisen der Gen Z und Gen Alpha?

Inhalt

  1. Was sind Edutainment-Influencer?
  2. Vorteile von Influencern, die Wissen vermitteln
  3. Kritik
  4. Die Bedeutung für Gen Z und Gen Alpha
  5. Beispiele für gute Edutainment Influencer
  6. Fazit

1. Was sind Edutainment-Influencer?

Edutainment-Influencer sind Menschen aus verschiedenen Fachgebieten, die ihr Wissen in einer komplexen Welt in annehmbare Stücke schneiden und präsentieren können. Sie erreichen mit ihrem Videocontent immer mehr Menschen, da sich diese oft erschlagen fühlen von täglich neuen Informationen. Deshalb braucht es nicht nur eine reine Wissensvermittlung, sondern eine Wissensvermittlung mit Humor: Edutainment.

2. Vorteile von Influencern, die Wissen vermitteln

Expertise nutzen: Influencer, die Wissen vermitteln, sind oft in einem bestimmten Fachgebiet oder einer Branche ausgebildet oder verfügen über umfangreiche Erfahrungen. Sie nutzen ihre Plattformen, um ihre Expertise zu teilen und ihr Publikum zu informieren. Egal, ob es um Finanzen, Fitness, Kochen, Persönlichkeitsentwicklung oder Kunst geht - Influencer bringen ihre Leidenschaft für ein bestimmtes Thema mit, um ihre Follower zu inspirieren und zu informieren.

Zugänglichkeit und Authentizität:

Das Schöne an der Wissensvermittlung durch Influencer auf Social Media ist, dass sie Wissen zugänglich machen und Barrieren abbauen. Im Gegensatz zu traditionellen Bildungs- oder Informationsquellen sind Influencer oft nahbar und leicht zugänglich. Sie teilen ihre Erfahrungen, Geschichten und Lektionen auf persönliche und authentische Weise, was es dem Publikum ermöglicht, sich besser mit dem vermittelten Wissen zu identifizieren.

Interaktive Lernmöglichkeiten:

Dank der Interaktivität der sozialen Medien bieten Influencer auch verschiedene Möglichkeiten des Lernens. Neben den klassischen Videoformaten bieten sie Live-Streams, Q&A-Sessions, Podcasts und Webinare an, um ihre Follower direkt einzubinden und Fragen zu beantworten. Diese direkte Kommunikation schafft eine dynamische Lernumgebung und ermöglicht es den Zuschauern, ihre Fragen zu stellen und individuelle Ratschläge zu erhalten.

Glaubwürdigkeit und Vertrauen:

Influencer haben oft eine loyale Anhängerschaft aufgebaut, die ihnen vertraut und ihnen Glauben schenkt. Durch die kontinuierliche Bereitstellung von qualitativ hochwertigem und relevantem Wissen, haben sich viele Influencer als vertrauenswürdige Quellen etabliert. Das Vertrauen der Follower basiert auf der Konsistenz und Glaubwürdigkeit der Informationen, die von diesen Influencern bereitgestellt werden.

3. Kritik

Trotz des positiven Einflusses von Influencern bei der Wissensvermittlung ist es wichtig, kritisch zu bleiben und die Informationen zu überprüfen. Nicht alle Influencer haben die gleiche Expertise oder hinterfragen möglicherweise nicht ausreichend ihre Quellen oder eigenen Aussagen. Daher sollten die Zuschauer ihre Quellen überprüfen und verschiedene Perspektiven in Betracht ziehen, um ein umfassendes Bild zu erhalten.

4. Die Bedeutung für Gen Z und Gen Alpha

Wenn wir mal an unsere Schul- oder Unizeit zurückdenken, dann wird schnell klar, dass gerade die Lehrer und Professoren im Kopf geblieben sind, die durch Begeisterung für ein Thema und Humor überzeugt habt. Bei ebendiesen hat das Lernen Spaß gemacht. Und genau an diesem Punkt finden sich die jungen Generationen - die GenZ und zum Teil auch schon Gen Alpha - auf Plattformen wie TikTok wieder. Dort werden Informationen spannend aufbereitet und als Kurzvideos im „snackable“ Format geteilt.

Der im Juni 2023 veröffentlichte Bericht des Reuters Institute an der Universität Oxford sagt zudem, dass 55 % der TikTok- und Snapchat-Nutzer sowie 52 % der Instagram-Nutzer ihre Nachrichten von berühmten Persönlichkeiten bzw. Influencern, beziehen. Im Vergleich dazu erhielten 33 bis 42 Prozent der Nutzer ihre Informationen dort von Journalisten (Quelle Digital News Report 2023 – Reuters Institute).

Eine Studie von Ende 2022 zeigte jedoch, dass fast 20% der Dinge, die bei einer Suche auf der Kurzvideoplattform TikTok ausgespielt werden, auf Fehlinformationen hindeuten (Quelle t3n).

Und das, obwohl gerade für die jungen Generationen das Thema Fehlinformationen ein hohes Risiko birgt. Oft fehlt es an Medienkompetenz und ausreichendem hinterfragen der Informationen. Dies zeigte eine Auswertung des Nationalen Bildungspanels:

Die Studie zeigt, dass soziale Aktivitäten wie Chatten oder das Teilen von Bildern und Videos keine positiven Auswirkungen auf die Kompetenzen im Umgang mit digitalen Kommunikations- und Informationstechnologien (ICT) haben. Im Gegenteil, eine übermäßige Nutzung sozialer Medien kann zu geringeren digitalen Kompetenzen führen. Auch das Multitasking von sozialen Medien während schulischer Aufgaben beeinträchtigt das Verständnis und den Lernprozess (Quelle br.de).

5. Beispiele für gute Edutainment Influencer

Steuerfabi

Fabian schafft es sogar das eher trockene Thema Steuern spannend zu gestalten. Er zeigt auf TikTok und Instagram über 1 mio. Followern durch einfache Tipps & Tricks, wie sie Steuern sparen können. @steuerfabi selbst sagt „In meiner Schulzeit habe ich kaum etwas über Wirtschaft und Steuern gelernt. Selbst im BWL-Bachelorstudium kamen Steuern aus meiner Sicht zu kurz.“ Dennoch hat er an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg den Taxmaster abgeschlossen, ein BWL-Masterstudium, welches sich nahezu ausschließlich mit Steuern befasst. Danach hat er einige Jahre in einer Steuerkanzlei gearbeitet, doch es war immer die Bildung, die ihn faszinierte – vor allem, wie man Menschen komplexe Sachverhalte verständlich vermitteln kann. So war er dann bei der Haufe Group für Bereiche der führenden Fachdatenbank für Steuerberater und Steuerberaterinnen verantwortlich. Mittlerweile hat er sein eigenes Unternehmen gegründet, mit dem Ziel Deutschland steuerfit zu machen. Erst im November 2022 hat Fabian sein erstes eigenes Buch „Sei doch nicht besteuert: Mit Steuerfabi die Welt der Steuern verstehen und richtig Geld sparen“ veröffentlicht.

Femance_finanzen

Hava bringt Ordnung in das Finzanz-Chaos und gibt vor allem Frauen mehr Sicherheit, wenn es um Sparen und Anlegen geht. Alles begann 2018 als Hava beschloss ihr Finanzwissen einfach und für jeden zugänglich auf einem Blog darzustellen. Bereits ein Jahr später wurde sie dafür mit dem Finanzblog-Award ausgezeichnet. Im August 2020 begann sie mit ersten Coachings und Workshops auf die Anfragen ihrer Community einzugehen. Und gerade mal ein halbes Jahr später gründete sie gemeinsam mit weiteren Finanz- und Versicherungsexperten Femance Finanzen, um der hohen Nachfrage nach Finanz- und Vorsorgeberatung gerecht werden zu können. Bis heute teilt Hava täglich ihr Wissen mit 34,2k Followern auf ihrem Instagram Account @femance_finanzen und liefert weiteren Lesestoff mit ihrem Buch „Money Kondo – Wie du heute deine Finanzen aufräumst und morgen freier lebst: Erfolgreich sparen und anlegen“

Misshistory

Geschichte war für viele nicht unbedingt das spannendste Schulfach. Doch langweilig und eingestaubt ist das absolute Gegenteil von den Geschichts-Videos, die @misshistory aka Melina mit ihrer Community auf TikTok teilt. In kurzen Videos vermittelt sie interessante und skurrile Fakten aus der Menschheitsgeschichte: Gibt es heute noch Exorzismus? Oder auch: Warum heißt der Schneidersitz eigentlich Schneidersitz? Über 400k Follower lassen sich von Melina mit täglichem Geschichtswissen berieseln.

Doc Felix 

Felix Berndt ist Humanmediziner und als @doc.felix auf Social Media aktiv. Dabei geht der ehemalige Radiojournalist auch ungewöhnliche Wege: Auf TikTok postet er Erklär-Clips über Gesundheitsthemen – mit Erfolg. Aktuell hat er dort 758.8k Follower. Er ist aber auch auf Instagram und YouTube aktiv.

Lehrer auf Social Media

Aber es gibt auch viele Lehrer, die Social Media für sich entdeckt haben. Manche teilen ihren Berufs- und Privaten-Alltag mit ihrer Community, wie @nikothecap auf TikTok. (Wer hätte sich damals nicht so einen lässigen Lehrer gewünscht?) Und manche stellen Lehrmittel bereit wie @fraulocke_grundschultante oder @ideenreiseblog.

6. Fazit

Uns allen sollte die wachsende Bedeutung von Influencern, die ihr Wissen auf Social Media teilen, bewusst sein. Sie haben durch ihre Fachkenntnisse, Zugänglichkeit, Authentizität und Interaktivität eine neue Rolle als Wissensvermittler angenommen und großes Potenzial die jungen Zielgruppen zu erreichen. Insgesamt wird klar, es ist wichtig, die Wissensvermittlung von Influencern zu nutzen, aber gleichzeitig kritisch zu bleiben und die Informationen zu überprüfen. Edutainment-Influencer wollen eine positive Rolle bei der Wissensvermittlung spielen und insbesondere für die jungen Generationen mit gutem Beispiel vorangehen. Dennoch ist es wichtig, kritisch zu bleiben und die Informationen zu überprüfen, um eine fundierte und ausgewogene Bildung zu gewährleisten.

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