Clubhouse – Der Hype um die neue Social-Media-App

January 20, 2021

Eine neue App gewinnt in Deutschland rasant an neuen Mitgliedern. Der Name der App aus San Francisco – Clubhouse. Seit März 2020 ist die App bereits auf dem Markt, aber ihren großen Durchbruch erlebt die App in Deutschland erst jetzt.

Clubhouse ist eine Social-Media-App oder noch präziser gesagt eine Audio-only-App. Die User diskutieren in virtuellen Räumen über Audioschnipsel zu unterschiedlichen Themen miteinander. Als Nutzer der App kannst du dort Gesprächen wie bei einem Live-Podcast lauschen oder dich aktiv am Gespräch beteiligen. Mitmachen kann jedoch nur wer eingeladen wurde.

Clubhouse Themenbereiche

Inhalt

  1. Wie funktioniert Clubhouse?
  2. Woher kommt der Hype?
  3. Kritik an der App Clubhouse

1. Wie funktioniert Clubhouse

In der App Clubhouse treffen sich aktuell nur ausgewählte Personen - Ohne eine Einladung kein Einlass. Um die App nutzen zu können muss ein neuer Nutzer von einem anderen Nutzer ins Clubhouse eingeladen werden. Die Einladung funktioniert über die Telefonnummer. Bisher steht die App zudem ausschließlich im Apple App Store zum Download zur Verfügung.

Die User der App treffen sich im Clubhouse in virtuellen Räumen. Jeder Nutzer der App kann in einen öffentlichen Raum eintreten oder einen eigenen eröffnen. Um sich ausschließlich mit Freunden zu treffen, sind auch geschlossene Räume möglich.

Clubhouse Themenbereich Eröffnung

In der App sind unterschiedliche User-Rollen anzutreffen:

  • Moderator: Sie leiten die Diskussion des Raumes. Sie können User auf der virtuellen Bühne zum Sprecher machen und ihn nach seinem Beitrag wieder von der Bühne nehmen.
  • Sprecher: Sie können sich aktiv durch Wortbeiträge an dem Gespräch beteiligen
  • Zuhörer: Sie treten einem Raum einfach nur bei, um die aktuelle Diskussion live mit zu verfolgen. Durch Knopfdruck können sie ihre Hand heben, um so dem Moderator zu signalisieren das sie gerne was zum aktuellen Gespräch beitragen möchte.

Um möglichst viele User mit einer Diskussionsrunde zu erreichen, ist es auch möglich diese vorzuplanen. Über eine Kalenderansicht behalten die Nutzer so den Überblick darüber wann Räume eröffnet werden, die sie eventuell interessant finden könnten.

Clubhouse Kalenderanzeige

Jeder Nutzer der App besitzt ein User-Profil. Auf diesem wird öffentlich angezeigt von wem sie eingeladen wurden. Zudem kann der Nutzer Infos über sich angeben und seinen Twitter, Facebook oder Instagram Account hinterlegen.

2. Woher kommt der Hype?

Warum ist die App so populär?

Dies hat mehrere Gründe: Zum einen die Exklusivität der App. Derzeit ist die App nur für IOS erhältlich und man benötigt eine Einladung von einem anderen Nutzer, um ins Clubhouse eingelassen zu werden. Durch die künstliche Verknappung erhält die App einen exklusiven und elitären Charakter. Da die Nutzer zudem ihr Clubhouse Profil auf anderen Plattformen bekannt geben und dort die Inhalte der Gespräche kommentieren entsteht schnell der Wunsch auch Teil dieser Gemeinschaft zu werden. Jedes Mitglied des Clubs hat jedoch nur eine beschränkte Anzahl an Einladungen. Diese Restriktion beinhalte jedoch nur die Kontakte außerhalb des eigene Telefonnummer-Speichers. Kontakte die bereits im Adressbuch der User der App sind, können sich auf die Warteliste setzen lassen und dort ohne Begrenzung von ihren Kontakten freigeschaltet werden. Durch das aktive Mitwirken in der App ist es jedoch möglich sich weitere Einladungen dazuzuverdienen. Trotz allem existieren bereits Wartelisten, um eine der begehrten Einladungen zu erhalten.

Ein weiterer Grund für viele sich diese neue App mal genauer anzuschauen sind die zahlreichen Stars und Influencer, die auf der Plattform unterwegs sind und ihre Anmeldung öffentlichkeitswirksam auf anderen Plattformen mit ihren Followern teilen. Sowohl internationale Stars wie Paris Hilton oder bekannte deutsche Persönlichkeiten wie Joko Winterscheidt, Influencerin wie Caro Daur und Politiker wie beispielsweiße Christian Linder sind aktive Mitglieder der App.

Aufgrund dessen, dass die Talks nicht offiziell für die User mitgeschnitten werden, muss man online sein, um den Inhalt der Unterhaltung mitzubekommen. Dies bedeutet, dass der User „always on“ sein muss, um nichts zu verpassen. Durch die reine Audio Kommunikation hat der User zudem beim Zuhören das Gefühl als würde er in einer Telefonkonferenz lauschen dürfen. Dies fördert Intimität und Authentizität.

Die App Clubhouse hat zudem den Nerv der Zeit getroffen. Gerade jetzt zu Zeiten von Covid-19 sind Kommunikationsformen wie Podcast, digitale Panels und Diskussionen mit Experten zu einem wichtigen Bestandteil im Leben der Menschen geworden, um sich zu informieren und auszutauschen. Für Personen mit beruflichem Interesse bietet die App zudem eine tolle Möglichkeit sich weiterzubilden und zu vernetzen. Clubhouse bringt die Form des Networking auf eine neue Ebene. Als eine Art Podcast 2.0 ist sie im Vergleich zu anderen Social-Media-Apps spontaner, exklusiver und offener.

Wie geht es mir der App weiter? Die Gründer Paul Davison und Robert Seth kündigten in einem offiziellen Statement an, dass die App bald auch ohne Anmeldung zugänglich ist. Wann das aber genau sein soll, ist noch nicht bekannt. Da der Hype um die App aber wie bereits genannt auf der Exklusivität beruht, ist eine Ankündigung den noch exklusiven Club zu öffnen, dabei aber noch keinen konkreten Termin zu nennen, eine clevere Strategie.

Laut Clubhouse ist es jetzt in der Beta-Phase sowieso erst einmal wichtig möglichst viel über die User-Wünsche zu lernen, sowie die Infrastruktur stetig zu erweitern. So will sich die App für den großen Anlauf wappnen.

3. Kritik an der App Clubhouse

Auch die App Clubhouse ist nicht frei von Kritik. Dies hat mehrere Gründe:

Zum einen bezüglich des Umgangs mit Rassismus und Anfeindungen. Es kann zu Hasstiraden und Belästigungen in den einzelnen Räumen kommen. Diese Problematik kommt daher, dass die Betreiber selbst wenig bis gar keinen Einfluss auf die Diskussionen nehmen und es zunächst keine Möglichkeit für die User gab eventuelle Missstände direkt melden zu können oder Moderatoren mit rassistischen und antisemitischen Aussagen vor die Tür des Clubs zusetzen. Mit der Erstellung von Community-Regeln und einer Meldefunktion wird diesem Problem bereits versucht entgegenzuwirken. Änderungen wie diese werden einen großen Einfluss darauf haben, ob sich die App zu einem Netzwerk wie Instagram und Co. entwickelt.

Das Melden von Regelverstößen war zu Beginn der App schwierig, da die Beiträge nicht mitgenschnitten wurden. Mittlerweile werden diese aber vorübergehend gespeichert, um diese auszuwerten falls es zu einer Meldung eines Verstoßes kommt. Diese Änderung konnte jedoch nicht bei allen Usern positive Zustimmung finden. Ein weitere Kritikpunkt an der App im Bereich Datenschutz ist, dass die App Zugriff auf die Kontaktdaten des Nutzers verlangt, um Einladungen zu verschicken. Selbstverständlich kann man dies Ablehnen, jedoch kann man dann keine Einladungen verschicken was aber eine der Kernfunktionen der App ist.

Es bleibt spannend ob mit der Erweiterung des Zugangs zur App, demzufolge mehr User auf der Plattform, noch mehr Probleme aufkommen werden. Interessant wird zudem ab wann das Team der App damit beginnt Inhalte zu monetarisieren und den Moderatoren die Möglichkeit bieten über die Arbeit mit der App Geld zu verdienen.

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