2021 – Das Zeitalter des Post-Social-Distancing ?

May 03, 2021

2020 war ein aufregendes Jahr. Für die einen mehr und für viele weniger. Vor allem die Branchen, die mit ihren Produkten online bereits stark aufgestellt waren und ein digitales Angebot hatten, bewiesen sich als besonders Krisenfest und konnten von dem gesteigerten Online-Traffic dieses Jahres profitieren. InfluencerInnen sollten dabei eine neue Schnittstellen-Funktion zukommen. Während der Lockdowns sind InfluencerInnen schließlich nicht nur zu Vermittlern von neuen Trends, alternativem Lifestyle oder tollen Beauty-Produkten geworden, sie fungierten für viele UserInnen viel mehr wie eine Verbindung zur Außenwelt oder als das perfekte Mittel gegen Einsamkeit.

Fakt ist, dass soziale Offline-Interaktionen letztes Jahr zu einer Seltenheit wurden und sich soziales Leben auf das Internet und besonders die sozialen Medien und diverse Messaging-Dienste verlegte. Ein Phänomen, das sich bereits weit vor Corona durch den Siegeszug des Internets abzeichnete und eigentlich nichts Neues ist. Was es daher 2021 zu beobachten gilt, ist, ob die Ausgangsbeschränkungen die Digitalisierung unserer Lebenswelten und unserer Kommunikation vorangetrieben haben, oder ob es sich lediglich – wie die gesamte pandemische Situation – um eine Ausnahmesituation handelte? Wir können davon ausgehen, dass nach der Pandemie der Großteil der Menschen offline viele soziale Interaktionen nachholen wird, was sich folglich im Online-Traffic widerspiegeln könnte. Oder wird das durch Covid-19 gelernte, gesteigerte Online-Nutzungsverhalten vielleicht erhalten bleiben? Wir werden sehen.

Inhalt

  1. Fragen und Aussichten im Influencer-Marketing
  2. Nachhaltigkeit
  3. Ein erfolgreiches Jahr 2021?

Fragen und Aussichten im Influencer-Marketing

Aus unseren Tests und Auswertungen der vergangenen Monate, können wir ein verschobenes Gleichgewicht zwischen Qualität und Quantität im Influencer-Marketing feststellen. Das hängt einerseits mit dem bereits erwähnten veränderten Nutzungsverhalten und den Bedürfnissen der UserInnen zusammen. Hier ausgewählte Beispiel-Fragen, die wir uns stellen sollten: Wie progressiv sollen UserInnen bespielt werden, um nicht genervt zu sein? Wie oft und wann wird daher Content geteilt, in Anbetracht von Zeiten in denen Menschen viel mehr Zuhause sind und passiver konsumieren als zuvor? Wie explizit sollen Marke und/oder das Produkt in den Vordergrund gestellt werden, um nicht aufdringlich zu erscheinen? Was wirkt überhaupt noch authentisch? Andererseits müssen wir die Social Media Plattformen per se ständig neu bewerten. Denn auch dort tut sich bekanntlich stetig etwas: In den Algorithmen, Interfaces sowie Möglichkeiten der Content- Creation. Bspw. hatte Instagram 2020 nicht nur die an TikTok erinnernde und derzeit algorithmisch gepuschte „Reels“-Funktion implementiert, sondern auch einen ganzen Shop eingebaut. Was das für vorlaufende Funktionen wie „Stories“ oder herkömmliche Feed-Posts bedeutet, gilt zu hinterfragen. Wir, die InfluencerInnen und Agenturen müssen hier weiter dynamisch reagieren und testen, um die bestmögliche Reichweite – der algorithmischen Regeln der Social Media Plattformen zum Trotz – zu erzielen und – für uns Online-Marketeers viel wichtiger – um unsere Produkte zu platzieren. Wie immer ist eine gesunde Mischung der Weg zum Erfolg.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist nicht nur eine Frage der Klima-Debatte, sondern auch eine Frage der Datenerhebung sowie Zusammenarbeit und UserInnen-Experience. Die Welt des Online ist oft von Wachstum und Geschwindigkeit beherrscht. Doch was, wenn das zur Übersättigung der UserInnen führt? Besonders in Zeiten, in denen wir über 10 Stunden täglich vor Bildschirmen sitzen und seit Monaten kaum noch das Haus verlassen haben. Ein Herausstellungsmerkmal 2021 ist sicher das Auftreten entsprechend der Zeit und ihrer Phänomene: Entschleunigt, authentisch und präsent, mutig, spannend, oder transparent. Ferner müssen Leidenschaft, Interesse und Engagement für das Produkt und die Marke Voraussetzung sein. Das alles, um sich erfolgreich über InfluencerInnen-Marketing – sowie generell – zu verkaufen. Ein Rezept das sich nachhaltig in den Daten und in der Akquise abzeichnet.

Ein erfolgreiches Jahr 2021?

In Anbetracht der sich anbahnenden, globalen Wirtschaftsumbrüche (seien es positive oder negative) und Restaurierungs-Maßnahmen der Volkswirtschaften, die wegen einem noch nicht konkret sichtbaren Ende der Pandemie nur vermutet werden können, gilt es wie in 2020 spekulativ und hoch flexibel zu bleiben, um sich schnell neuen Beschränkungen und Öffnungen, sowie Veränderungen im Markt anzupassen. Das gilt generell für Marketeers und besonders für InfluencerInnen, die sich dem Nutzungsverhalten und Bedürfnissen der UserInnen anpassen müssen. Für uns Marketeers gilt es, sozioökonomischer zu denken und Daten zu analysieren, authentische und nachhaltige Online-Welten via InfluencerInnen zu generieren, in der Menschen Lust darauf haben unsere Produkte zu konsumieren.

###Über die Autorin Sophia Skuratowcz ist seit 2015 bei Audible im Neukunden Marketing und betreut alle Themen die Search, Affiliate/Kooperationen, Influencer Marketing und Marketing Technologie betreffen. Ihr Herz schlägt für alles was in die Richtung Performance und klare Messbarkeiten geht – “Mehr Analyse, mehr Fun.” Zum Online Marketing ist sie durch puren Zufall gekommen - durch eine StudiVZ Gruppe für native english speaker. Darüber hat sie ihr erster Arbeitgeber, eine Online Marketing Firma gefunden.

*Dieser Beitrag ist im Rahmen des Influencer Marketing Trendreport 2021 entstanden.

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